Green AI neu denken: Circular AI Hub auf der AI CONFERENCE
07.10.2026
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Wie lässt sich KI nachhaltig gestalten von der Entwicklung bis zum Betrieb? Dieser Frage widmete sich die AI CONFERENCE 2026 des Bundesumweltministeriums.
Unter dem Titel „Green AI neu denken“ diskutierten bei der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) in Berlin Expert*innen aus Forschung, Unternehmen und Politik, wie Umweltwirkungen entlang des gesamten KI-Lebenszyklus messbar und verantwortungsvoll gestaltet werden können. Der Circular AI Hub war mit eigenem Stand und dem KI-Produkt-Chat-Demonstrator vor Ort.
Eröffnung durch Bundesumweltminister Carsten Schneider
Bundesumweltminister Carsten Schneider eröffnete die Veranstaltung und ordnete die Bedeutung nachhaltiger KI für Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz ein. Ihm zufolge müsse nachhaltige KI über ihren gesamten Lebenszyklus betrachtet werden. Er sprach sich daher für politische Leitplanken aus, die grüne Innovationen fördern und ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit verbinden. Zugleich müsse geprüft werden, ob für jede Anwendung tatsächlich immer größere KI-Modelle erforderlich seien. KI sei auch eine große Chance für die Kreislaufwirtschaft und somit für den Umwelt- und Klimaschutz. Indem sie beispielsweise die Sammlung von Daten beschleunige, verbessere sie Produktionsabläufe in Unternehmen und spare Ressourcen ein. Der Vorsprung deutscher Unternehmen bei Technologien für die Kreislaufwirtschaft müsse gesichert werden, indem KI dort vermehrt eingesetzt werde.
Umweltwirkungen von KI messbar machen
Im Zentrum der Konferenz stand ein Perspektivenwechsel: KI nicht nur als Werkzeug für mehr Nachhaltigkeit, sondern als Technologie, deren eigener Ressourcen- und Energieverbrauch erfasst und bewertet werden muss. Vorgestellt und diskutiert wurden Methoden, mit denen sich Umweltwirkungen über den gesamten Lebenszyklus von KI-Anwendungen hinweg transparent abbilden lassen. Eine belastbare Bewertung erfordert die Gegenüberstellung von Ressourceneinsparungen (Handprint) und dem tatsächlichen ökologischen Fußabdruck (Footprint) über alle Lebensphasen hinweg. Um den realen Nettoeffekt zu ermitteln, müssen potenzielle Rebound-Effekte zwingend berücksichtigt und der ökologische Amortisationszeitraum von KI-Modellen transparent berechnet werden.
Thematische Schwerpunkte
Das Programm setzte Schwerpunkte bei nachhaltigen Rechenzentren, ressourceneffizienter Hardware und Green-AI-Standards. In Keynotes, Fachvorträgen, Panels und interaktiven Workshops wurde beleuchtet, welche technischen und regulatorischen Hebel kurzfristig wirken und wo weiterer Forschungsbedarf besteht. Assoc. Prof. Dr. Seda Gürses (TU Delft) und Prof. Dr. Helen V. Pritchard (HGK Basel FHNW) hinterfragten in ihrer Keynote „The impossible engineering of greening AI“ gängige Effizienzversprechen und analysierten die strukturellen sowie infrastrukturellen Abhängigkeiten wachsender Cloud- und KI-Ökosysteme.
Im Rahmen der Veranstaltung gab es vier parallele Sessions zu den Themen „Systemgrenzen & Infrastruktur: Infrastruktur in Rechenzentren, Wasserverbrauch, Kühlung, Abwärmenutzung“, „Model Deployment & Betrieb: Einsatz und Skalierung von Grüner KI in Industrie, Handwerk und Behörden“, „Hardware: Emissionen, Wasserverbrauch, neuromorphe Chips“ sowie „Modellentwicklung & Training: Methoden des Alignments, KI-Verfahren, Metriken, Reporting-Standards, Policy auf EU-Ebene“. Die Expert*innen diskutierten darin technische Hebel, organisatorische Hürden und regulatorische Rahmenbedingungen entlang des gesamten KI-Lebenszyklus. Im Fokus stand dabei durchgängig das Ziel, Umweltwirkungen von KI transparent messbar zu machen und praxisnahe Lösungsansätze zu entwickeln.
Im Abschlusspanel „Wie nachhaltig kann KI wirklich werden? Zwischen technischer Innovation, Wachstum und planetaren Grenzen“ diskutierten Sophia Falk (Universität Bonn), Julia Eckey (Klimaschutz-Unternehmen e. V.), Benno Blumoser (Siemens AI Lab) und Thorsten Scholz (Bundesumweltministerium) über die Vereinbarkeit von digitalem Fortschritt und ökologischer Tragfähigkeit. Gemeinsam beleuchteten die Teilnehmenden die Zielkonflikte zwischen Innovationswettbewerb, industriellem Wachstum und globalen Ressourcengrenzen und erörterten notwendige Weichenstellungen für eine zukunftsfähige KI-Nutzung.
Der Circular AI Hub vor Ort
An unserem Stand konnten Besucher*innen anhand des Produkt-Chat-Demonstrators nachvollziehen, wie grüne KI dabei hilft, Regularien wie den Digitalen Produktpass so umzusetzen, dass Materialien eingespart und Produkte und Bauteile länger im Kreislauf bleiben können. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Frage, wie Unternehmen KI konkret für ressourcenschonende Prozesse und zirkuläre Geschäftsmodelle nutzen können. Unter anderem durch automatisierte Datenaggregation entlang der Lieferkette, transparente Materialstromverfolgung und intelligente Assistenzsysteme für Reparatur und Refurbishment.
Austausch und Vernetzung
Über das Fachprogramm hinaus bot die Konferenz vielfältige Gelegenheiten zum Austausch und zur Vernetzung mit Akteur*innen aus dem Green-AI-Umfeld. Die AI CONFERENCE 2026 machte deutlich, dass Green AI und Circular Economy zusammengehören: Nur wenn KI selbst ressourceneffizient gestaltet wird, kann sie ihr Potenzial für zirkuläres Wirtschaften voll entfalten
Ideen für die Circular Economy
Sie haben eine Idee, wie KI die Kreislaufwirtschaft voranbringen kann? Mit dem Ideenwettbewerb AIDEAS unterstützt der Circular AI Hub die Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle
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